Bibelausstellung

Bildrechte: beim Autor

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„Ja, Wahnsinn!“ So staunten manche Besucher vor dem Lorscher Evangeliar oder dem Stundenbuch des Duc de Berry. „Was das Arbeit macht!“

Richtig! Immerhin 7 Jahre arbeiteten Maler und Scriptoren an der Aachener Schule Karls des Großen um 810 für dieses Evangeliar. BUnd das Teuerste, Goldtinte und Purpurfarbe, war gerade gut genug für das Wort Gottes. So war am Wochenende Staunen angesagt bei den rund 70 Besuchern der Bibelausstellung im evangelischen Gemeindehaus. Passend zum Thema „Bild und Bibel“ der Lutherdekade hatte der evangelische Pfarrer Reinhard Wemhöner am Pfingstwochenende zu dieser Ausstellung eingeladen. In über 30 Ausstellungsstücken von Büchern iro-schottischer Mönche bis zur Gutenbergbibel wurde die Wertschätzung anhand von Faksimiles der weltbesten Verlage deutlich. Darunter fand sich auch, von Pfarrer Thomas Zinecker beigesteuert, die jüdische Londoner Haggada aus dem Mittelalter. Und am Ende wartete ein Smartfon - Text und Bild heute. Johann Bauer hatte dank geschäftlicher Beziehungen von mehreren Verlagen Ausstellungsstücke besorgen können. Er selbst hielt am Sonntag einen Vortrag über „Entstehung und Krimi des Lorscher Evangeliars“. Von Lorsch wanderte es nach Heidelberg und von dort in Teilen nach Rom. Später gelangten Teile nach Siebenbürgen. Bis in die 90er Jahre wusste man nicht, ob der rumänische Teil noch existiert oder von Ceauçescus Schergen vernichtet worden war. Man fand ihn 1991 im Kloster Alba Julia, im Kamin eingemauert. Erst das Faksimile brachte das Evangeliar 500 Jahre nach seiner Trennung (die anderen 3 Teile liegen in London und in Rom) wieder zusammen. (Text: Johann Bauer)